mmueller52
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« Antwort #4 am: Mai 09, 2008, 18:56:11 » |
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Ich bin der Lehrer, den Helmut erwähnt hat. Ich war bereits dreimal, zuletzt vor acht Wochen, mit einer Realschulabschlussklasse auf Mallorca. Hier ein Bericht, den ich vor zwei Jahren in einem anderen Mallorca-Forum veröffentlicht habe. Nicht mehr ganz aktuell, aber er zeit, was mit einer Schulklasse auf Mallorca machbar ist:
"Um es gleich vorweg zu nehmen: Sowas macht man als Lehrer natürlich nur mit einer Klasse, die ihre Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat und von der man sicher annehmen kann, dass sie einen im Ausland nicht blamiert. Diese Gewähr schienen mir meine 25 boys und girls zu bieten, und so entschloss ich mich zu einer einwöchigen Studienreise nach Mallorca. „Studienreise“ bedeutete zunächst einmal, dass alle, jeweils zu zweit, Referate über Geografie, Geschichte, Kunst und Kultur der Baleareninsel halten mussten. Und das Geld für unser Kulturprogramm musste sich die Klasse auch selbst verdienen, u.a. durch Getränkeverkauf bei den Aufführungen meiner Theater-AG. Dabei kamen rund 1000 Euro zusammen, nicht besonders viel für ein einwöchiges Programm für 25 Schüler… So hatten die Eltern nur noch für Flug, Unterbringung und Verpflegung aufzukommen. (Etwas über 300 Euro für eine Woche im Dreisterne-Hotel mit Halbpension; ein Schullandheim an der Nordsee kostet genauso viel.) Anfang März ging´s dann auf große Reise. Es war von Anfang an klar, dass das Unternehmen bis spätestens Mitte März über die Bühne gehen musste, danach wäre es finanziell nicht mehr tragbar gewesen. - Untergebracht waren wir im Hotel Leo in Ca’n Pastilla – zu aller Zufriedenheit. Ich war bereits während der unmittelbar vorausgegangenen Faschingsferien auf der Insel und bin erst gar nicht mehr zurückgeflogen; meine Klasse reiste mit meiner Begleitlehrerin an, ich holte sie am Flughafen ab. In dieser Ferienwoche habe ich eine recht umfangreiche Fußgänger-Rallye durch Palma für meine Kids ausgearbeitet. Nun, was haben wir so alles unternommen? Bei einem Budget von 1000 Euro musste ich natürlich sehen, dass möglichst viele Programmpunkte nichts kosteten oder billig waren. Eine Fahrt mit dem „Roten Blitz“ nach Soller schied aus diesem Grund aus. Einen Tag haben wir Palma besichtigt, am Mittwoch sind wir nach Sineu auf den Markt gefahren und haben uns danach das Kunstmuseum im Bahnhof von Sineu angeschaut. Sinnvollerweise hatte ich meine Klasse das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse auswendig lernen lassen – das Erstaunen war dann groß, als sie die Hesse-Verse auf den Treppenstufen zum Obergeschoss des Bahnhofsmuseums wiederentdeckten – in deutscher Sprache! – Von Sineu sind wir weiter nach Manacor gefahren und haben dort die Perlenfabrik besichtigt. (Nicht, weil ich sie für kulturell wertvoll gehalten hätte, sondern aus einem schlichteren Grund: Der Eintritt kostete nichts!) Wir waren dann gerade noch rechtzeitig wieder in Palma, um uns auch noch den Almudaina-Palast anschauen zu können. Da kostet der Eintritt mittwochs für EU-Bürger nämlich auch nichts. Ein zweiter Ausflug führte uns nach Valldemossa. Erst gab´s etwas Kultur: Das Chopin-Museum in der Kartause. (Darauf waren meine Schüler erstens durch ein Referat vorbereitet und zweitens durch den Film „Ein Winter auf Mallorca“.) Dann haben wir die malerische Unterstadt besichtigt. Ein weiterer Tag war der Fußgängerrallye vorbehalten. (64 Aufgaben auf eine Strecke von ca. 10 km verteilt. Von der Übersetzung der aktuellen Schlagzeile von „Ultima Hora“ über Fragen zu Exponaten in diversen Museen bis zur Adresse des Salons von Udo Walz war alles gefragt. Damit nicht geschummelt wurde, mussten sie an verschiedenen Station ein Gruppenfoto machen.) Den letzten Tag hatte ich der Klasse – bei gutem Verhalten – als freien Tag in Aussicht gestellt. (Ein bisschen „Erpressung“ gehört eben auch zum Geschäft…) Nun, das Benehmen war einwandfrei. Nicht einer ist abends auch nur eine Minute zu spät ins Hotel zurückgekehrt. Ich habe sogar Komplimente von wildfremden Leuten für meine wohlerzogenen Schülerinnen und Schüler bekommen. Also stand dem freien Tag nichts im Weg. Abends haben wir uns dann im Celler Sa Premsa zu einem Abschlussessen getroffen. Soviel Geld war gerade noch auf dem Klassenkonto, um jedem ein Dreigänge-Menü spendieren zu können. Dieses Abschlussessen kam übrigens unheimlich gut an. Nach unserer Rückkehr habe ich einen Feed-Back-Bogen an die Klasse verteilt. Platz eins von insgesamt 15 Punkten belegte die Unterstadt von Valldemossa – noch vor dem freien Tag, der landete auf Platz zwei. Die Stadt-Rallye kam auf Platz drei, was mich besonders gefreut hat. Schlusslicht war die Perlenfabrik in Manacor. Fazit: Eine gute Klasse vorausgesetzt, würde ich diese Studienfahrt jederzeit wieder machen. Auch ganz wichtig: eine Begleitlehrerin, mit der man sich gut versteht und die "am gleichen Strang" zieht! Auch in dieser Hinsicht habe ich das große Los gezogen!" Gruß Martin
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